Naturfotografie

Birke in der Dämmerung
Die Natur bietet jedem Hobbyfotografen eine Fülle von Motiven: von der einfachen Wiesenblume bis zur blühenden Gartenlandschaft, von der grafischen Struktur eines Blattes bis zu ganzen Biotopen, vom seltenen Insekt bis zu Eingriffen des Menschen in die Natur als Folge der Industrialisierung. Zerstörung des Lebensraums von Pflanze und Tier bedeutet zugleich, daß die Natur aus dem Gleichgewicht gerät, daß weitere Schäden bevorstehen. Bilder von Landschaften, Pflanzen und Tieren besitzen heute schon häufig einen Anflug von Nostalgie, denn Naturfotografie ist leider häufig die Bestandaufnahme des Unwiederbringlichen.

Eine Birke, aufgenommen während der Dämmerung im Winter

Damit stellt sich die Frage nach der Aufgabenstellung der Naturfotografie. Soll sie dokumentieren, archivieren oder aufrütteln, anklagen, zu Aktivitäten veranlassen? Soll sie lediglich das Schöne der Natur zeigen, ästhetischen Idealen huldigen, ist sie Selbstzweck des Fotografen? Wenn es natürlich auch wesentlich differenziertere Aufgliederungsmöglichkeiten gibt, so sollten wir zumindest die dokumentierende von der subjektiv künstlerischen Naturfotografie trennen.

Die dokumentierende Fotografie soll Natur und ökologische Zusammenhänge so zeigen, wie sie tatsächlich angetroffen werden. Dabei können wesentliche Bildelemente selbstverständlich mit den gestalterischen fotografischen Mitteln akzentuiert werden. Soll das Foto zu Bestimmungszwecken von Tier und Pflanze dienen, dann müssen die wesentlichen Merkmale nach wissenschaftlichen Gesichtspunkten auch klar erkennbar sein. Wer einmal versucht, zu einem Bestimmungsbuch mit gezeichneten Pflanzen entsprechend aussagekräftige Pflanzenfotos zu machen, der kann die Pflanzenzeichner nur bewudern und beneiden. Sie können die Pflanze zeichnerisch idealisieren, auf Wesentliches reduzieren. Der Pflanzenfotograf hingegen muß nehmen, was er vorfindet, und das ist nur selten die schönste Blüte, die ideale Blattanordnung.

Die subjektive Naturfotografie geht unter anderen Prämissen an ihre Aufgaben heran, hier zählt ein Detail, eine besondere Form oft mehr als das Ganze. Der ästhetische Reiz der Anordnung der Staubgefäße, festgehalten in einer Makroaufnahme, vermag oft nur wenig über die Pflanze auszusagen. Das abstrakte Gitter eines Blattes bezaubert durch seinen Formenreichtum. Ob es sich um ein Eichen- oder Ahornblatt handelt, interessiert den Bildbetrachter häufig nicht.

Einfach nur eine Wurzel?
Nur eine Wurzel oder ein Kunstwerk der Natur?

Eins aber sollte festgehalten werden: Wer kein Verständnis, keine Liebe für die Natur aufbringt, dem werden auch keine aussagestarken Naturfotos gelingen - weder dokumentarische noch künstlerische. Denn er sieht buchstäblich den Wald vor Bäumen nicht. Beantworte dir bei der Naturfotografie selbst die Frage: Was will der Bildbetrachter sehen? Was muß ihm zum Verständnis gezeigt werden? Wie weit darf die künstlerische Verfremdung gehen?

Ungewöhnliche Perspektive, Verwischungen, Farbverfremdungen, linschärfe, Falschbelichtung - damit schafft man bestenfalls in der freien künstlerischen Gestaltung, die die Natur lediglich als Material verwendet, überzeugende Ergebnisse. Auch ein dokumentierendes Naturfoto gewinnt allerdings durch gekonnte Bildgestaltung, harmonische Plazierung des Objektes, richtigen Bildaussehnitt, Beschränkung auf das Wesentliche.

Naturfotos sind überwiegend Farbfotos, es müssen deshalb nicht bunte Fotos sein. Der geschickte Farbeinsatz, ja sogar ein fast monochromer Bildaufbau oder die Konzentration auf dominierende Farben können einem Naturfoto seine Eindringlichkeit geben.

Eine Pflanze - farbig, aber nicht bunt
Eine Pflanzenaufnahme - farbig, aber nicht bunt

Und noch eine Tatsache: Wer glaubt, er kann einfach losziehen in die Natur und fotografieren, der bringt höchstens ein paar gelungene Zufallsfotos mit nach Hause. Denn die Natur hat ein wechselndes und nicht immer gleich fotogenes Gesicht: wechselnd im Tageslauf und in der Jahreszeit, abhängig von Licht und Wetter. Bildserien, die einen bestimmten Ausschnitt der Natur im Lauf der Jahreszeiten immer vom gleichen Standpunkt aus fotografiert zeigen, beeindrucken durch diesen Beweis ständigen Wandels.

Naturkundlich bestens vorbereitet

Biologische Kenntnisse sind für den Naturfotografen eine große Hilfe. Denn Pflanzen haben ihre spezifischen Standorte, bevorzugen bestimmte Boden-, Licht- oder Klimaverhältnisse. Wer den Lebensraum und die Gewohnheiten bestimmter Pflanzen und Tiere kennt, erhöht seine Chancen, gelungene Fotos zu machen. Fachbücher zu allen biologischen Themen gibt es in großer Zahl, einige sogar als preiswerte Taschenbücher. Hinzu kommen einschlägige populärwissenschaftliche Zeitschriften. Die Quellen sind vorhanden, informieren muß sich der Naturfotograf selbst.

Doch seine Mühe wird belohnt durch Fotos, die fachliche Ansprüche erfüllen und zugleich fotografisch überzeugen. Vorausgesetzt, zu den Fachkenntnissen kommt ein geübter Blick, Geduld und Begeisterung für die Schönheiten der Natur.

Ein Pelikan
Geduld ist das A und O der Tierfotografie.



Naturfotografie in Schwarz-Weiß

Die Natur ist farbig und die Farbe ist ein wichtiges Gestaltungsmittel in der Naturfotografie. Doch es gibt auch ein breites Einsatzgebiet für Schwarz-Weiß-Aufnahmen, denn Farben können mitunter vom eigentlichen Kern des Bildes ablenken. Durch gezielten Einsatz von Filtern (auf die ich hier nicht eingehen möchte) können Bildelemente hervorgehoben, bzw. abgeschwächt werden, somit kann der Betrachter mit relativ einfachen Mitteln beeinflußt werden.

Das nebenstehende Bild zeigt einen kalifornischen Sequoia (Mammutbaum). Farbe ist hier überflüssig. Das Ziel der Aufnahme ist es, die Größe des Baumes darzustellen.
Sequoia



Ausrüstung für die Naturfotografie

Digitale Bildbearbeitung

Faszinierende und unbegreifliche Natur - Verfremdungen sollen versuchen dies zu verdeutlichen. Ein Baum ist eben mehr als nur ein bisschen Holz und ein paar Blätter ...


ein Joshua-Tree ein Joshua-Tree - Soul of Life

Hat Leben eine Seele? Ein Wunder ist Leben aber auf jeden Fall. Dies wird bei Pflanzen in den Halbwüsten Nordamerikas mehr als deutlich. Der Joshua-Tree ist so ein Wunder der Natur und er hat wie man sieht auch eine Seele ;-)



eine Blume
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ein Blumenfeld

Transparent Flowers

Die Schönheit einer Blume sollte hier hervorgehoben werden.

Weitere Beispiele findest du auf meinen cOnfusion-Seiten in der Rubrik [fOto & aRtwork]

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have fun :-)