Ein Motiv ist im weitesten Sinne ein Ausschnitt aus der Wirklichkeit. Im Wort Motiv steckt aber noch mehr. Denken wir zum Vergleich an die Musik: Hier bildet das Motiv den Charakter eines Stückes, enthält die wesentlichen Elemente, die dann durchkomponiert, variiert werden. Und jede menschliche Handlung beruht auf einem Motiv, man tut etwas aus einem bestimmten Grund.
Ähnlich bei der Fotografie. Der erste Schritt: Das Motiv ist dir bewußt, und du suchst es als Aufnahmemotiv. Beispielsweise willst du den Frühling darstellen - knospende Kastanien könnten ihn veranschaulichen. Oder du gehst mit offenen Augen durchs Leben: Eine bestimmte Szene, eine Situation motiviert dich zu einem Foto.
Ein Urlaubstag kann dich besonders fotografierfreudig machen. Du entdeckst auf einmal Motive, an denen du bisher achtlos vorübergegangen bist, weil man im Urlaub in einer gelockerten, aufnahmefähigen Stimmung ist. Oder der Reiz des Neuen, Ungewohntes sorgt dafür, daß eine wahre Motivlawine auf dich einstürmt.
Im Foto selbst steckt auch das Motiv: Immer dann, wenn ein Foto mehr ist als reines Dokument, wenn es Markantes, Typisches zeigt oder betont. Im Wort Motiv steckt auch Motivation, der Beweggrund, gerade dieses bestimmte Foto aufzunehmen.
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Dieses Foto wurde direkt vor meiner Haustür - etwas unterbelichtet - aufgenommen. Es wurde nicht mit dem Computer bearbeitet, sondern lediglich mit einem Diascanner eingescannt. Schöne Motive sind fast überall zu finden, man muß nur auf den geeigneten Zeitpunkt warten.
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Quellen:
Der große Humboldt-Farbfotokurs
Feininger - Die hohe Schule der Fotografie
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