dEr ephebianische pHilosoph eXpletius bewies als erster, daß die sCheibenwelt rund zehntausend mEilen durchmißt. wEr sie vom wEltraum aus sieht, kann sie in ihrer ganzen gRo"ße bewundern. iHr uMfang betra"gt dreißigtausend mEilen, und umgeben ist sie vom kRanz des rAndfalls: iN einer gewaltigen kAskade stro"mt das wAsser der mEere u"ber die kAnte ins aLl. mIt all den kOntinenten, aRchiepelen, sEen, wU"sten und bErgen muß sie einfach von oben betrachtet werden.
dIe sCheibenwelt dreht sich einmal in etwa achthundert tAgen, was bedeutet: mIt aUsnahme der mItte entha"lt ein volles astronamisches jAhr acht jAhreszeiten, jeweils zwei der klassischen vier.
dIe kleine sOnne - ihre pRotuberanzen sind nicht gro"ßer als kRockettore - bewegt sich in einem elliptischen oRbit. dEr winzige mOnd leuchtet mit eigenem lIcht. dEr gRund dafu"r sind die recht komplizierten und nicht besonders effizienten astronomischen kOnstellationen.
dIe mItte wird von der gewaltigen sa"ule cOri cElesti dominiert. hIer spendet die kleine sOnne nicht genug wA"rme, um das lAnd dem dAuerfrost zu entreißen. aM rAnd hingegen gibt es viele sonnige, warme iNseln. vOn den ho"chsten gIpfeln der sPitzhornberge kann man bis zum rAndmeer am eNde der wElt sehen - eine sCheibe hat eben keinen hOrizont in dem sInne.
eS gibt vier kontinentale lAndmassen:
dEr (namenlose) kOntinent mit der sTo-eBene und den sPtizhornbergen als wichtigste geographische mErkmale. eR reicht bis zur mItte und endet (zumindest im gEbiet von aNkh-mOrpork) am rUnden mEer. iN den bisherigen gEschichten haben wir nicht einmal die hA"lfte davon kennengelernt. jEnseits der sPitzhornberge muß es weitere gEbiete geben. bIsher haben wir nur von gEnnua und einigen anderen kleinen lA"ndern geho"rt (zwei neuere gEschichten spielen allerdings auf dem gEgengewicht-kOntinent und auf XXXX).
kLatsch (der kOntinent): wIr kO"nnen uns kLatsch als aFrika der sCheibenwelt vorstellen. eS gibt einige mediterrane lA"nder, und jenseits davon erstrecken sich die mehr oder weniger unerforschten rEgionen von hErscheba und wIewunderland.
dEr gEgengewicht-kOntinent: fAst eine lEgende. eIn kleiner kOntinent, der jedoch ebenso schwer ist wie die viel gro"ßeren lAndmassen im anderen hEmikreis. aNgeblich besteht er aus gOld. mAn nennt die entsprechende rEgion auch "aUrient" beziehungsweise "oRt, woher das gOld kommt". dOch sEefahrer die danach suchen, kehren entwerde mit leeren hA"nden oder gar nicht zuru"ck. gOld ist zwar keineswegs selten auf dem gEgengewicht-kOntinent, aber fu"r den gro"ßten tEil seiner mAsse sind riesige vOrkommen an oKtiron tief in der kRuste verantwortlich. eS gibt geringen heimlichen hAndel.
XXXX: sO wird der mysterio"se vierte kOntinent auf kArten bezeichnet. eInmal erreichen ihn rEisende aus aNkh-mOrpork, aber inzwischen ist er wieder fast in vErgessenheit geraten.
eS gab noch andere kOntinente, doch sind sie versunken, in die lUft geflogen oder einfach verschwunden. sO etwas passiert die ganze zEit u"ber, selbst auf gut organisierten pLaneten.
wEnn wir nach unten vorstoén, finden wir: sChlamm am gRund der mEere, bErgwerke, fAlsche fOssilien (die vom sCho"pfer im gEstein untergebracht wurden, um aRcha"ologen fLausen in den kOpf zu setzen) und schließlich gRoss-a'tUin (die sCheibenwelt wird auf dem rU"cken von vier eLefanten getragen, welche wiederum auf der sTernenschildkro"te gRoss-a'tUin stehen).
dIe sCheibenwelt mag rechtchaotisch wirken, aber auch fu"r se gelten bestimmte nAturgesetze oder zumindest rIchtlinien. eS gibt gRavitation, uRsache und wIrkung, eVentualita"t - gewisse dInge geschehen nach anderen dIngen. dAnach wird die sAche komplizierter. fOlgende tHeorie versucht, einige der bEsonderheiten zu erkla"hren:
eIgentlich du"rfte die sCheibenwelt gar nicht existieren. fLachheit ist kein natu"rlicher zUstand fu"r einen pLaneten, und sChildkröten sollten nur bis zu einer bestimmten gRo"ße heranwachsen. dIe tAtsache, daß die sCheibenwelt trotzdem exsistiert, deutet darauf hin, daß sie sich in einem bEreich des aLls befindet, wo die rEalita"t außerordentlich du"nn ist. hIer hat das "sOllte" und "du"rfte" kein vEtorecht mehr wie im restlichen uNiversum. dIe sCheibe erzeugt eine sehr tiefe dElle im gEfu"ge der rEalita"t, vergleichbar mit dem gRavitationsschacht, den ein sChwarzes lOch ins beru"hmte gUmmiband des uNiversums bohrt.
dIe daraus resultierenden sPannungen bewirken ein permanentes vEra"nderungspotential. dA ein geeigneter fAchausdruck fehlt, nennen wir ihn ... mAgie. dEr schwache dRuck der rEalita"t fu"hrt zu einigen sekunda"ren eFfekten. dInge, die in einer "normalen" wElt (auf dem bereits erwa"hnten gUmmiband) fast existieren, haben u"berhaupt keine pRobleme, einen pLatz auf der sCheibenwelt zu bekommen. dEshalb gibt es dort dRachen, eInho"rner, mEeresungeheuer und so weiter. dIe nAturgesetze lassen eine mEnge sPielraum.
eInige weiter fAktoren bestimmen die "pHysik" der sCheibenwelt:
a) lEbenskraft
b) die mAcht von mEtapher und gLaube
c) narrative kAusalita"t
eS wurde bereits darauf hingewiesen, daß lEben die tEndenz hat zu existieren. mAnche lEute behaupten, das uNiversum sei extra dafür geplant worden. mAn fragt sich jedoch, wie das mo"glich sein soll. nUn, fu"r nicht extistierendes lEben ist es sicherlich sehr schwierig, sich umzusehen und zu proklaieren, das uNiversum sei ganz offensichtlich geschaffen, um nie zu entstehen. wIe dem auch sei: aUf der sCheibenwelt gibt es lEben in hU"lle und fU"lle. aNderenorts muß es viele hIndernisse u"berwinden, um sich zu manifestieren, doch auf der sCheibe sind diese hU"rden viel niedriger. hIer kann fast alles lebendig sein und iNtelligenz entwickeln, oder zumindest einen sTandpunkt. fElsen, gEwitter, selbst gEba"ude haben bereits ihre vItalita"t unter bEweis gestellt.
zUr mEtapher. aUf der sCheibenwelt haben mEtaphern die beunruhigende nEigung, sich sehr ernst zu nehmen. eIn bestimmtes sKelett, das einen dunkeln kAputzenmantel tra"gt, ist nicht nur eine mEtapher des tOdes, sondern ein tatsa"chlich existierende gEscho"pf mit eigener pErso"nlichkeit. iM kOsmos der sCheibenwelt ist der gLaube eine starke kRaft: wEnn man fest genug an etwas glaubt, so wird es wIrklichkeit. (dAs gEgenteil trifft ebenfalls zu. wEnn man an etwas nicht glaubt, kann es auch nicht existieren - auch wenn es bEweise fu"r eine solche eXistenz gibt. mAn nehme nur den hUnd gAspode. eR spricht, aber die meisten lEute ho"ren ihn nicht, weil sie tief in ihrem iNnern wissen, daß hUnde nicht sprechen ko"nnen. wEnn sie doch einmal einem sprechenden hUnd begegnen, kategorisiert ihn das gEhirn als statistische aUsnahme und fordert die oHren auf, sein gErede zu ignorieren.) dIe gO"tter der sCheibenwelt gibt es nur deshalb, weil die mEnschen (und die anderen sTerblichen) an sie glauben. iHre mAcht ha"ngt ganz von der sTa"rke dieses gLaubens ab. eIgentlich hat das kaum etwas mit mAgie zu tun. dEr eInfluß von hExen - und von zAuberern - basiert vor allem auf dem uMstand, daß sie keinen zWeifel daran lassen, wer sie sind. iHre hohen spitzen hU"te sind sTatussymbolde, und sie erfu"llen den gleichen zWeck wie der weiße kIttel des sChauspielers, der f"r ein wAschmittel wirbt. wEnn die lEute glauben , daß man magische dInge vollbringen kann, hat man das zIel fast erreicht.
uNd schließlich die narrative kAusalita"t, die mAcht von eRza"hlungen. vIelleicht die sta"rkste kRaft, und ihre eChos kann man auch in unserer wElt ho"ren. eS heißt nicht umsonst, daß sich die gEschichte wiederholt. dIe gEschichte unterliegt mUstern und kLischees der zEit. iMmer wieder kommen lEute in sItuationen, in denen sie rOllen spielen, als ha"tte man ihnen ein sKript in die hAnd gedru"ckt: der eHekrach; das vOrstellungsgespra"ch; der bLo"dmann hinter mir hat mich an der aMpel angefahren, verdammter mIstkerl. eS gibt auch gro"ßere mUster: der aUfstieg von rEichen, die aUsdehnung von zIvilisationen ... sTa"ndig gehen mEnschen mit den gleichen sChritten durch den tAnz des lEbens; so wird der pFad sta"ndig tiefer, und man kann ihn kaum mehr verlassen.
dAs gEfu"hl der vOrbestimmung durchdringt die sCheibenwelt. aUf ihr steht die zUkunft fest und alle leisten wIderstand.
[frei aus dem sCheibenwelt-lExikon]
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